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„Altersgerechtes Tauchen“ – eine Safari der besonderen Art
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Das Blubbern meiner Luftblasen ist kaum zu vernehmen. Hier und da sehe ich eine Flosse. Alle scheinen es irgendwie eilig zu haben. Nur 2 Eifrige verharren minutenlang bewegungslos mit Blick auf den Grund. Ob sie etwas sehen oder ob sie einfach nur abgeschaltet haben? Ich ergreife meinen Oktopus und nehme einen tiefen Atemzug. Er funktioniert. Bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, ihm eine Wartung zu schenken. Bei den Preisen für eine Inspektion könnte ich aber auch einen neuen Reserveautomaten kaufen. Ich genieße das fast kristallklare Wasser mit seiner Sichtweite von 25 Meter. Mehr geht wirklich nicht. Fast drei Jahre bin ich nicht getaucht und habe das Planschen mit meinen Kindern bevorzugt. Einige Minuten zuvor hat Mary nicht schlecht gestaunt, als sie mich mit schwerem Gepäck und meiner 15 Liter Pulle bei der Einlasskontrolle am Ankogelweg begrüßte. Heute möchte ich mein Equipment checken, war meine kurze Antwort auf die Frage, was mich denn ins Training führe. Die Tests verliefen perfekt. Sogar tarieren in 1,86 m Tiefe bereitete keine Schwierigkeiten. Nun habe ich ein gutes Gefühl. Morgen hole ich mir das tauchärztliche Attest. Aber was macht mein Blutdruck? - Die letzten Tage habe ich gemessen. Im Durchschnitt 127 zu 87. Was wird der Arzt messen, wenn ich aufgeregt bin? Er misst 120 zu 80!
Ich bin in Topform - Jetzt kann es endlich losgehen…
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Die Fragen des Arztes nach
den genauen Daten unseres Safaribootes konnte ich allerdings nicht
beantworten. Alle notwendigen Informationen fand ich dann abends im
Internet: |
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Obwohl Fluggäste bei Air Berlin in Tegel erst 30 Minuten vor Abflug am Check-In Schalter eintreffen müssen, haben wir uns bereits 2 Stunden vor dem Start eingefunden. Da offenbar alle Fluggäste so dachten und das Gepäckband bereits auf Ramadanbetrieb umgeschaltet war, benötigten wir fast 2 Stunden zum einchecken. Während das Tauchgepäck bis 30 kg frei ist, machte das Handgepäck bei dem einen oder anderen Teilnehmer Ärger, weil die Sonnencreme noch immer nicht ins Handgepäck gehört und die fleißigen Sicherheitsbeamten bei der Handgepäckkontrolle alle Behältnisse in die Tonne beförderten.
In Hurghada angekommen wurde der Duty-Free Shop um einige Paletten Bier, etliche Flaschen Spirituosen und Stangenweise Tabakwaren geplündert. So voll gepackt traten wir zusammen mit unseren Freunden aus Hamburg und München die Reise zu unserem Starthafen nach Marsa Ghalib in einem Kleinbus an, der in Deutschland für 20 Personen zugelassen wäre, in Ägypten aber bestimmt 24 Personen oder mehr fasst. Damit der interessierte Fahrgast auch einen positiven Eindruck von der Performance des Transportmittels gewinnen kann, ist der Tachometer mittig im Armaturenbrett angebracht, damit sich der Passagier jederzeit davon überzeugen kann, dass auch bei Dunkelheit und Standlicht die Geschwindigkeit nicht unter 120 km/h fällt. Solange der Fahrer sein Handy in der Hand hielt, waren wir jedenfalls sicher, dass er nicht schlief. |
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Tief in der Nacht in Marsa Ghalib angekommen, gab es für unseren Busfahrer noch die Herausforderung zwischen den halbfertigen Gebäuden der neuen Marina den richtigen Weg zum Liegeplatz der Vita 2 zu finden. Nachdem auch diese Aufgabe gelöst war, gab es an Bord nun endlich Gelegenheit Schuhe und Stress der letzten Wochen und Monate abzulegen und die kommenden Tage ausschließlich mit Tauchen, Essen & Schlafen zu verbringen. |
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Die kommenden Tage verbrachten wir an eindrucksvollen Riffen. Stellvertretend für die vielen tollen Tauchplätze möchte ich einige ganz besonders herausstellen. Tief im Süden, nicht weit von der sudanesischen Grenze, liegt die Riffgruppe von Saint John's: Habili Kebira, Habili Soraya, Mahroos, Dangerous Reef, um nur ein paar der Tauchriffe zu nennen. Hier fanden wir eine noch fast unberührte Unterwasserwelt vor. | ||
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Die mit bunten Weichkorallen und riesigen Fächerkorallen bewachsenen Steilhänge luden zu traumhaften Tauchgängen ein. Die Fischpopulation ist überwältigend. Grosse Schulen von Stachelmakrelen kommen vom offenen Meer herein. Lippfischschulen und Zackenbarsche drängen sich förmlich im Wasser. Napoleon-Lippfische und Schildkröten waren an der Tagesordnung. Auch Großfische sind hier in 51 von 52 Wochen im Jahr keine Seltenheit. Leider erwischten ausgerechnet wir die 52. Woche. Schnell erhielt auch ein unschuldiger Tauchgast den Titel „Haitod“ und wurde für die misslungenen Haisichtungen verantwortlich gemacht. |
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An den steilen Riffwänden trifft man auch gewöhnlich auf Hammerhaischulen. Aber wer macht schon einen gewöhnlichen Urlaub - Wir jedenfalls nicht. Weit draußen auf offener See liegt die große Insel Zarbargad. Ein Wrack an der Ostseite liegt in ca. 24 m Tiefe. Etwa 4 Seemeilen südlich von Zabargad befindet sich Rocky Island, welches steil aus dem Meer ragt. Am „Amphie-Theater“ kann man im etwas tieferen Bereich die Großfische beobachten. Der Flachbereich begeisterte uns mit seiner riesigen Vielfalt an Hart- und Weichkorallen sowie den zahlreichen Überhängen und kleinen Höhlen. |
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Neben den vielen positiven Eindrücken, gab es natürlich auch weniger positive Erinnerungen. So ist das Elphinstone Reef nach wie vor so beliebt, dass wir dort 17 Boote zählten, die mehr oder weniger gleichzeitig ihre etwa jeweils 20 Taucher entluden. Auch am Elphinstone Reef mussten wir auf Haisichtungen verzichten. Allerdings ergab sich an diesem Riff die Möglichkeit zum Sarkophag abzusteigen. Dies ist ein quartärförmig gebildeter Stein, der recht fotogen unter einem Torbogen liegt und einem Sarkophag nicht unähnlich ist. Von allen Taucherlebnissen auf dieser Safari, war dies einer der aufregendsten Mumien-Tauchgängen. |
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Etwas Abwechslung vom täglichen Rhythmus „Tauchen-Essen-Schlafen“ ergab sich durch den Besuch des Leuchtturms auf dem Daedalus Riff. Wackere Leuchtturmwärter und Marine-soldaten machen dort für jeweils drei Monate Dienst und sind froh über jeden Besuch, der auf ihre kleine Insel kommt und ein wenig Abwechslung bringt. Die Verständigung mit den Bewohnern dieser Insel gestaltete sich nicht schwieriger als die Verständigung mit den Hörgeräten an Bord. |
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Viele dieser nützlichen
kleinen Helfer befanden sich aber bei den meisten Teilnehmern nicht am
Bestimmungsort, sondern in der Schublade, oder wurden im Meer auf ihre
Wasserdichtigkeit hin überprüft. |
Eine andere Geschichte soll sich morgens um 6.00 Uhr zugetragen haben: |
Die Teilnehmerin saß auf dem Sonnendeck und wartete auf das Briefing. Da kam Petra unser Tauchguide und erklärte: "Heute fällt der Early Morning Dive aus!" Die Teilnehmerin blickte freundlich, blieb aber sitzen. Petra erhöhte ihre Lautstärke und zum Schluss schrie sie so, dass sie das halbe Boot weckte. Aber die schwerhörige Teilnehmerin blieb trotzdem freundlich lächelnd weiter sitzen. Da schrieb Petra schließlich auf einen Zettel: 'Heute kein Early Morning Dive!' und hielt ihn der Taucherin vor die Augen. Diese nickte verlegen: "Ach Petra, bitte schön, lese es mir doch vor, ich habe meine Brille vergessen!" | ||
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Studien haben ergeben, dass in Deutschland bis zu 15 Millionen Menschen messbare Probleme mit dem Gehör haben. Im Alter nimmt die Schwerhörigkeit zu. Bei den über 65-Jährigen leidet jeder zweite Mann und jede dritte Frau unter Schwerhörigkeit. So gesehen war die Zusammensetzung der Teilnehmer auf dieser Tauchsafari ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung. Menschen mit hohem Blutdruck sind beim Tauchen einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen ausgesetzt. Denn bei einer gleich großen körperlichen Belastung steigt unter Wasser der Blutdruck erheblich stärker als unter Normalbedingungen. |
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nächsten Werftaufenthalt nachgerüstet werden. Für alle die nicht mit Luft tauchen wollten, gab es auch die Gelegenheit mit Nitrox EAN 32 Füllung zu tauchen. Viele der Taucher verzichteten jedoch auf dieses Angebot, da sich an Bord das hartnäckige Gerücht hielt: „Nitrox verursacht Pickel am Hintern!!!“ |
Aber nicht nur Schwerhörigkeit und hoher Blutdruck, sondern auch Ohrentzündungen, Kreislauf oder auch notwendiger Therapiebedarf ließen uns den einen oder anderen Tauchgang verschieben. Die Vita 2 verfügt über eine fast komplette Ausstattung. Lediglich zielgruppengerechte Detaillösungen wie z.B. Ladestationen für Hörgeräte anstelle der sonst üblichen Powerstations für Tauchlampen, oder wasserdichte Blutdruckmessgeräte, die wie Sauerstoff-Masken im Flugzeug angebracht sind, sollten beim
Nitroxtaucher |
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Besonders erwähnenswert an dieser Stelle auch das Essen. Die vier täglichen Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Abendessen) wurden in bis zu drei Gängen serviert und schufen den Eindruck, dass man gar nicht in Ägypten ist. Absolut tauglich auch für Vegetarier. Als Highlight ist hier natürlich der Truthahn am vorletzten Abend anzumerken.
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Dies führte aber neben Futterneid & Verbalattacken zu keiner ernsthaften Ausein-andersetzung.
Nach gut 30 Tauchgängen erreichten wir nach 10 Tagen Safari am 20.09.2007 wieder den Hafen in Marsa Ghalib. In Zukunft soll er das neue „El Gouna“ im Süden und der zentrale Ausgangspunkt für Tauchkreuzfahrten in die Marineparks des Roten Meeres sein. Doch schon heute liegen dort 20 und mehr zum großen Teil luxuriöse Safariboote. |
Den letzten Abend nutzten wir ein weiteres Mal um den ägyptischen Sternenhimmel mit den Sternenbildern des „Gummibärchens“, „T-Shirt-Ladens“ oder der „Ameise mit Geweih“ zu bewundern, Verlorengeglaubte Tauch-Computer und Reisepässe zu suchen, die Hörgeräte wieder einzuschalten oder auch die Restbestände alkoholhaltiger Getränke zu vernichten.
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Da jeder Urlaub einmal ein Ende findet, haben wir uns am Morgen des Abreisetages wieder in Richtung Hurghada aufgemacht, wo wir zunächst im Aphrodite-Tauchcenter einen letzten Snack einnahmen, bevor wir den Heimflug nach Deutschland antraten.
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Ein fröhliches Nachspiel hatte unsere Tauchsafari 10 Tage später im Fischrestaurant Anfora in Lankwitz, wo sich 14 der 20 Teilnehmer zu einer Retrospektive trafen und schon Pläne für die kommende Safari schmiedeten… |
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Euer Wolfram |
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Sorry Wolfram, (hätt ich dir ja gerne erspart… J) Aber hier noch ein interessanter Komentar eines Mitreisenden…
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Hallo Haitod, ähm… also wir hatten Haie… guckst du! |
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Und wo warst du als dieser Hai direkt am Schiff vorbeikam…?!? Wohl Mittagsschläfchen gemacht!!! J Gruß vom Sachsen-Thomas
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Noch eine Anmerkung der Redaktion: Mädels, ich weiß, dass Wolfram einen sehr wichtigen Teil der Safari vergessen (oder wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen) hat, aber ich denke das können wir ihm nachsehen, da er ja ein Mann ist. J |
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!!! Der Coca-Cola Light – Mann !!!
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